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Multikulti, Spiel und Spass mit Juri Vasiljev und Thomas Ondrusek
Theater hat viele Formen. Gutes Theater lt Offenheit spren, Offenheit und
Freiheit. Die Gedanken lernen fliegen und daraus formen sich die vielen Gestalten auf der Bühne.
Juri Vasiljev ist fr mich einer, der es mglich macht, zu dieser Offenheit
zu gelangen. Mit seinen körperlichen bungen macht er den Atem frei, der aus ganz natrlichen Bewegungen entsteht. Alles ist leicht und natrlich. Aus dem Balancieren entstehen neue Formen und aus dem Kontakt mit den
verschiedenen PartnerInnen formen sich wieder andere Muster. Die Beziehung ist wichtig, ohne Kontaktaufnahme mit dem Partner geht es nicht. Daraus entsteht dann ein sehr sensibles Spiel. Unwillkrlich folgt auf jede
Aktion eine Reaktion des Partners, der Partnerin, manchmal als Tanz, manchmal als rhytmische Bewegung, fr den Zuschauer aber nicht immer als solche erkennbar, fr die Schauspielerinnen aber oft eine große Sättze. Das
gesprochene Wort braucht dann unsere Gefhle und Aktionen nur mehr zu unterstreichen. So ist es auch möglich, dass ein russisch sprechender Regisseur mit seinem deutsch/tschechischem bersetzer Tomasch (dem ebenso
einzigartigen Thomas Ondrusek, der im brigen auch ein bekannter klassischer Schlagzeuger ist), so großartig Theater zaubert. - Ein Theater der Integration sozusagen über die Grenzen der Sprache, des Alters und der
Nationalitten hinweg, mit einer Leichtigkeit die immer wieder faszinierend ist. Dieses Mal wurden wieder Szenen des groartigen William Shakespeare geprobt. Ich habe Shakespeare in Strichfassungen meiner Jugend als
'todernstes' Theater kennengelernt. Erst spter ber Shakespearefilme wurde mir bewut, wie vielfltig die Lebenssituationen sind, die bei Shakespeare zu finden sind. Niemals aber habe ich so eine lebendige Art erlebt,
an diese Szenen heranzugehen wie bei Juri, wo es ganz an die emotionale Basis dieses wunderbaren Theaterdichters geht. Juri macht z.B. ein Kthchen zu einem wirklichen Kthchen, dass es eine Freude ist, die
unbeholfene Werbung Petruchios mitanzusehen. Nie mehr werde ich an Liz Taylor und Richard Burton denken, Betty Hensel und Heike Henrich sind ein viel lebendigeres Bild in mir, das ich gerne als Andenken mitnehme.
Ebenso Beate Schmid und Orkan Yildirim, die als Helena und Demetrius miteinander rangen.
Natrlich geht es nicht ohne den Willen der SchauspielerInnen, die sich auf
die ungewohnte Art und Weise formen lassen. Diese haben heuer ebenfalls wieder eine ungeheure Toleranz und Offenheit gezeigt, die nur entstehen kann, wenn verschiedenste Menschen aufeinander offen zugehen.
Bedanken möchte ich mich vorallem bei Inge Rossbach, die Juri für Bad
Kreuznach entdeckt hat und es immer wieder mglich macht, ihn dorthin zu holen.
Barbara Oswald
Geplant ist erneut ein Workshop mit Prof Jurij
Vasiljev im Oktober 2012 in Bad Kreuznach!!
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